Gemeinde Wedemark trägt das Siegel „Kinderfreundli-che Kommune“ dauerhaft

Die Gemeinde Wedemark ist deutschlandweit die siebte Kommune, die das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ dauerhaft erhält. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen die Verabschiedung von Standards, mit denen die Gemeinde die Interessen von Kindern und Jugendlichen dauerhaft verankert. Die Standards knüpfen an die beiden Aktionspläne an, die die Wedemark 2017 und 2021 beschlossen hat.
Die Wedemark ist vor mehr als zehn Jahren, im März 2015, dem Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ beigetreten und wurde im Januar 2017 als dritte niedersächsische Kommune mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Mit der dauerhaften Vergabe des Siegels wird die Verpflichtung der Gemeinde zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene nun verstetigt. Eine Überprüfung dieser Verpflichtung findet in einem Dreijahresrhythmus durch den von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragenen Verein Kinderfreundliche Kommunen statt.
Bürgermeister Helge Zychlinski und Dr. Heide-Rose Brückner, Senior Consultant des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, unterzeichneten heute im Bürgerhaus der Wedemark eine Vereinbarung über die unbefristete Zusammenarbeit im Programm „Kinderfreundliche Kommunen“.
Gemeinsam mit den Sachverständigen der Kommune hat der Verein acht Standards zur Beibehaltung des Siegels festgelegt, die an die beiden Aktionspläne der Kommune anknüpfen. Daraus wurden Kriterien und Schwellenwerte abgeleitet, die nicht unterschritten werden dürfen. Zu den Standards gehören unter anderem die Stelle eines Kinder- und Jugendbeauftragten, welcher die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertritt, ein Spielplatzkonzept, jährliche Schulungen zu Kinderrechten für Mitarbeitende der Gemeinde Wedemark sowie verbindliche Leitlinien für die Beteiligung junger Menschen.
Bürgermeister Helge Zychlinski betonte: „Das dauerhaft verliehene Siegel zeigt, dass wir drangeblieben sind – auch wenn der Weg mit zwei Aktionsplänen, neuen Teams und vielen Abstimmungen anspruchsvoll war. Kinderrechte sind für uns kein Zusatz, sondern Maßstab für unser Handeln. Mein Dank gilt dem Verein Kinderfreundliche Kommunen sowie allen Beteiligten, die diesen Prozess getragen haben. Ihr Einsatz hat aus Ideen verlässliche Strukturen gemacht und unsere Kommune nachhaltig vorangebracht.“
Dr. Heide-Rose Brückner, Senior Consultant des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, gratulierte der Wedemark: „Die Gemeinde hat den Prozess zur Kinderfreundlichen Kommune mit großer Sorgfalt, Verlässlichkeit und Konsequenz umgesetzt. Die dauerhafte Siegelvergabe würdigt dieses Engagement und die klare Haltung, Kinderrechte dauerhaft im kommunalen Handeln zu verankern. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Gemeinde Wedemark für junge Menschen, das sich beispielhaft in der Weiterentwicklung von Jugendorten und in der Förderung eigenständiger Mobilität durch den Rufbus ‘Sprinti‘ zeigt. In Zukunft wird das neu eingerichtete Kinder- und Jugendbüro eine weitere Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bieten. Mit der Verpflichtung auf die gemeinsam erarbeiteten Zukunftsstandards wird dieses Engagement langfristig abgesichert.“
Auch die zuständigen Sachverständigen des Vereins, Sylvia Fiedler und Dr. Richard Schröder, lobten den Prozess: „In der Wedemark hat Bürgermeister Helge Zychlinski den Weg zu noch mehr Kinderfreundlichkeit von Beginn an zur Chefsache gemacht. Mit großem Engagement wurden nachhaltige und verbindliche Strukturen zur Vertretung von Kinder- und Jugendinteressen fest in der Kommune verankert. Auch die regelmäßige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entwicklungen und Entscheidungen in der Gemeinde ist durch klare Standards etabliert. Die Gemeinde Wedemark hat in den vergangenen Jahren hervorragende Maßnahmen auf den Weg gebracht und erfolgreich umgesetzt. Dabei hat sich gezeigt: Ein klarer politischer Wille, ein engagiertes Team im Rathaus sowie motivierte Fachkräfte in den Einrichtungen der Gemeinde sind wesentliche Erfolgsfaktoren für die dauerhafte Umsetzung von Kinderrechten.“
Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft bei der Beantragung durch kleinere Kommunen vier Jahre (bei größeren Kommunen fünf Jahre) und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr (bei größeren Kommunen in den ersten beiden Jahren) wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch die politischen Gremien der Kommune prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.
Seit mehr als zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte, Gemeinden und Landkreise bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde vor mehr als 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Mehr als 60 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich bereits dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Hannover, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF. Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Digitale Pressemappe zur dauerhaften Siegelübergabe „Kinderfreundliche Kommune“ an die Wedemark finden Sie hier.
Ansprechpartner*innen:
Kinderfreundliche Kommunen e.V., Geschäftsführer Dominik Bär, 01590 13 57 567, info@kinderfreundliche-kommunen.de
Gemeinde Wedemark, Ewald Nagel, Pressesprecher der Gemeinde Wedemark, 05130 581264, ewald.nagel@wedemark.de
UNICEF Deutschland, Simone Morawitz, Pressereferentin, 022193650 257, presse@unicef.de
Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, 030 308693 11, presse@dkhw.de